Artist

Die Künstlerin

Man beginnt, und plötzlich ergibt alles einen tieferen Sinn

Spätzünder…

Im Atelier meines Vaters hatte ich die Möglichkeit, früh mit Ölfarben zu experimentieren. Nach dem Abitur entschied ich mich aus wirtschaftlichen Gründen für etwas halbwegs Solides, eine Ausbildung im Grafischen Gewerbe. 

Obwohl ich später für mehr als zehn Jahre in die Journalistik (MOPO, TV Today) wechselte, in Hamburg den Schwerpunkt Medien studierte, fand ich nicht zuletzt durch mein Interesse an der Digitalisierung 2007 zurück zu den grafischen Wurzeln. Seither arbeite ich selbständig als Grafik- und Webdesignerin: Studio Land & Hafen

Jahrzehntelang hatte ich im Verborgenen Werke anderer Maler adaptiert, realistisch oder Cartoon-Art gemalt – ohne Plan. Dann öffnete mir ein Vorfall 2016 einen neuen Weg. Ich nahm die Cheap Art Idee auf, um „einfach mal zu machen“, mich nicht länger zu verstecken, und begann – von meinen Lieblingskünstlern SAM. (dem ich in den 90ern begegnete) und Max Beckmann lernend – erstmals exzessiv zu malen und sehr schnell einen eigenen Stilmix zu entwickeln. Nach drei Monaten veranstaltete ich mit meinem damaligen Partner die erste Ausstellung.

Anfangs machte ich eine Reihe Fehler, aus denen ich viel lernte – auch wie gnadenlos Kreative miteinander umgehen – ohne mit einem zu reden.

Technik: Viele Bilder entstehen ungeplant 

In einer mehrfarbigen oder ungleichmäßig aufgetragenen Grundierung sehe ich Figuren und Formen – und wenn es gefällt, arbeite ich sie aus. Ich vermische Stile. Den stärksten Einfluss auf mich haben die Expressionisten und die Zeit der Wiener Sezession, der Kubismus und immer wieder die Cartoonart. Stile, die sich spannend kombinieren lassen. Ich möchte erreichen, dass etwas anders ist, und doch nichts wie es scheint. Vielleicht mein Lebensthema. Während des Malens fügen sich die Elemente wie von selbst zusammen. Ein Bild, das mich fesselt, hat früh einen Titel. Das ist mitunter ganz schön spooky und hat natürlich mit Tiefenpsychologie zu tun. Oft habe ich dazu Musik im Kopf. Manchmal wird eine Zeile/ein Begriff aus einem Stück der Titel des Bildes.

Malen ist größtmögliche Freiheit

Zu viele Künstler*innen trauen sich nicht an die Öffentlichkeit – im Zweifel, ob das, was sie machen, gut genug ist. Kunst braucht eine Abkehr von Zweifeln und vom Perfektionismus. Mehr Freiheit als jene, die ich beim Malen finde, geht nicht.

Male, was du willst – alle Stile, die dich ansprechen, das Absurde, das Unaussprechliche. Reduziertes und Einfaches kann genial sein. Und sag Nein zu denen, die dir teils absurde Regeln 🙁 aufzwingen wollen.

Male nicht, um zu gefallen, das blockiert. Kunst braucht Mut!

Acrylmalerei vs. Öl

Eine häufige Frage ist, warum ich mit Acryl male statt mit Öl. Acryl ist unkompliziert, langlebig, unempfindlich, preiswert, bietet alle Möglichkeiten, und ist weniger gesundheitsschädlich.

Sonja Reiche = [BO]Preisbildung

Meine Bilder sind käuflich. Es gibt wirtschaftliche Zwänge. Malen ist für mich Arbeit. Eine kraftraubende, sehr erfüllende Arbeit, die ich verdammt ernst nehme. Aber ich erziele keinen Gewinn, so dass mein Beruf als Grafik- und Webdesignerin den Kühlschrank füllt. Die Preise der Bilder ändern sich gelegentlich, sind im Moment der Anfrage jedoch verbindlich.

Eine Übersicht meiner letzten Ausstellungen findet sich auf Home
Ich habe mich jetzt zwei Jahre (noch bis August 2020) ehrenamtlich als Teammitglied der Produzenten Galerie BOart engagiert und bleibe ihr weiterhin verbunden. Und ich bin noch bis April 2021 im Orga-Team der offenen Künstlermesse KunstWerk21 in Bad Oldesloe.

Signatur [BO]

Die Ähnlichkeit mit meiner Signatur [BO] hat nichts mit Bad Oldesloe zu tun und der Galerie BOart, sondern es ist das Pseudonym einer Häutung.

Im Jahr 2016 war all das nicht absehbar. Allerdings habe ich kürzlich gelesen: „Zufall ist der Verzicht einer logischen kausalen Verknüpfung“  ¯\_O_/¯  

Das ist wie beim Malen. Man beginnt irgendwie, und plötzlich fügt sich alles zusammen und ergibt einen tieferen Sinn!

Weiterentwicklung

Das Jahr 2019 hat mir räumliche, berufliche und soziale Veränderungen gebracht, und es war auch ein intensives künstlerisches Jahr. Die Cheap Art spielt inzwischen nur noch eine kleine Rolle. Die Schmerzgrenze, die wir Künstler:innen brauchen, um ein Bild abzugeben und den emotionalen Preis dafür zu bestimmen, steigt.

Ich lerne, und mein Ehrgeiz treibt mich weiter. Die Preise gehen daher stark auseinander, und „Cheap Art“ entspricht nicht mehr dem, was ich möchte. Die Domain habe ich auf meinen Namen umgezogen.  „Low Budget“ wird aber eine Rubrik bleiben.

Seit Januar 2019 lebe, arbeite und male ich in der Altstadt von Bad Oldesloe.